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Olympischer Geist

 Der Wagenlenker sitzt unruhig auf seinem Wagen, die Nervosität ist auch bei seinen Zugpferden zu spüren. Nur noch wenige Sekunden bis der Wettkampfrichter ihm das Startsignal gibt und er sein Bestes zum Ruhm und Ehre seiner Polis geben wird. Und START! Die Pferde preschen nach vorne, der Wagenlenker spreizt sich in die Zügel und zieht an seinen zwei Kontrahenten aus Olympia und Sparta vorbei um an der Spitze in die erste Kurve zu gehen. Das Publikum schreit ekstatisch und spornt die Wettkämpfer zu Höchstleistungen an. Aber wird es reichen um Olympionike zu werden…?

Fast möchte man meinen einen Bericht eines antiken Geschichtsschreibers zu lesen und doch fand dieser Wettkampf am Dienstag, den 29. Januar 2013 in der Turnhalle unseres Gymnasiums statt. Im Rahmen des fächer- und klassenübergreifenden Projektes „Olympische Spiele der Antike“ durften sich über 180 Schüler der 6. Klassen einen Vormittag lang in sechs Disziplinen messen. So standen neben Weitsprung, Speerwerfen und Tauziehen auch Ringen, Waffenlauf und als krönender Abschluss ein Wagenrennen auf dem Programm. Dass es den Kindern richtig Spaß machte, konnte man an den strahlenden Gesichtern und eigens gebastelten Togen ablesen, doch es ist weit mehr als das, weiß Geschichtslehrer und Initiator des Projekts Andreas Ofenbeck. „Unser Ziel war es, den Schülerinnen und Schülern nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern auch Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft zu schulen, sowie das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.“ Dass die Umsetzung dieses Konzeptes erfolgreich war, ist am „Team Olympia“ ersichtlich. Neben den sieben Teams der Klassen, welche nach historischen griechischen Stadtstaaten benannt wurden, wurde auch ein Team gebildet das sich aus Schülern verschiedener Klassen zusammensetzte und wann immer „Olympia“ am Wettkampf teilnahm, wurden die Wettkämpfer von allen bejubelt.

Doch nicht nur die Kooperation der Sechstklässler war beim Projekt gefordert, sondern auch die des Kollegiums. Ohne die Unterstützung durch die Schulleitung und elf weiteren Kollegen wäre eine Aktion von dieser Größenordnung nie möglich gewesen. Bereits vor Weihnachten hatten die Schüler die Sportdisziplinen eingeübt und begonnen, die farbenprächtigen Schilde mit den Gottheiten der jeweiligen Poleis zu bemalen. Im Geschichtsunterricht wurde der theoretische Hintergrund zu den Olympischen Spielen vermittelt und durften sich die Schüler – ganz demokratisch – selbst auf die Wettkämpfe einteilen. 

Da die Spiele gemäß dem Olympische Eid, den die Schülerinnen und Schüler vor Beginn der Spiele feierlich in der Mensa abgelegt hatten,  fair von allen begangen wurden, konnten am Ende der Wettkämpfe die Sieger feierlich mit Ruhm und Ehre sowie einem Olivenzweigkranz bedacht werden. Aber auch wenn nicht alle Sechstklässler einen Siegerkranz mit nach Hause nehmen konnten, gewonnen haben doch irgendwie alle Beteiligten.

Die Olympioniken der Wettkämpfe waren:

Weitsprung: Polis Athen (6a), Anton Müller

Speerwurf: Polis Athen (6a), Yannis Schwarzer

Tauziehen: Polis Delphi (6d), Dilara Ak, Julia Mühl, Fabienne Schikora, 

Jennifer Mumoth, Lisa Mannweiler, Christoph Stadtmüller

Ringen männlich: Polis Athen (6a), Manuel Wehbe

Ringen weiblich: Polis Troja (6c), Annalena Ziegler

Waffenlauf: Polis Eleusis (6e), Neele Backhaus, Kardelen Radev, Daniel Erhard, Stefan Meinert, Laetitia Meilinger, Moritz Holzhauer, Niclas Wagner

Wagenrennen: Polis Pylos (6b), Hendrik Held, Stefan Hann, Kristin Müller, Ann-Kathrin Spöri

 

StR Andreas Ofenbeck