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"Karambolage der Klischees"

Hier finden Sie alles, was Sie schon immer über das Projekt wissen wollten:
www.karambolagederklischees.de
Comenius ist Teil des Programms für Lebenslanges Lernen der Europäischen Gemeinschaft, das 2007 gestartet wurde. Wie die Vorgängerprogramme Sokrates, Leonardo da Vinci und E-Learning soll das Programme für Lebenslanges Lernen, neben anderen Zielsetzungen, Zusammenarbeit und Mobilität fördern und die europäische Dimension im Bildungswesen stärken. Comenius ist auf die Schulbildung ausgerichtet und verfolgt zwei Grundziele: Entwicklung von Kenntnis und Verständnis der Vielfalt der europäischen Kulturen und Sprachen und von deren Wert bei jungen Menschen und Bildungspersonal und Unterstützung junger Menschen beim Erwerb der lebensnotwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen für ihre persönliche Entfaltung, künftige Beschäftigungschancen und eine aktive europäische Bürgerschaft.
Bei einem ersten Arbeitstreffen (s. Foto) aller verantwortlichen Lehrer der vier beteiligten Schulen sowie der jeweiligen Schulleiter in Prag (20.-23.10.2010) wurden die Eckpfeiler des Projekts besprochen. Nun kann mit der Arbeit an den Schulen begonnen werden. Das nächste Treffen – dann mit Schülern – wird Ende Januar in Geretsried stattfinden.
Für die Dauer von zwei Jahren wird das Gymnasium Geretsried nun an einer multilateralen Schulpartnerschaft teilnehmen, die den Schülern die Möglichkeit gibt, ihre europäischen Nachbarn besser kennenzulernen. Mittels elektronischer Kommunikation werden die Geretsrieder Schüler zunächst Kontakt mit ihren Partnern in Nizza, Prag und Warschau aufnehmen. Gemeinsam werden sie über zwei Jahre hinweg an dem Projekt „Karambolage der Klischees“ arbeiten und dabei Vorurteile erkennen und analysieren. Bei gemeinsamen Arbeitstreffen in allen vier Ländern wird auch ein persönlicher Kontakt zustandekommen. Alle Ergebnisse werden bei der Abschlusspräsentation in Nizza im Sommer 2012 vorgestellt. Die Kosten für dieses Projekt werden aus Mitteln des Programms für lebenslanges Lernen (LLP) der EU-Kommission getragen.

Angesichts der ständig zunehmenden Globalisierung und Internationalisierung vor allem im wirtschaftlichen Bereich müsste man mit der stetig fortschreitenden Auslöschung nationaler und regionaler Eigenarten rechnen. Nichtsdestotrotz bleiben gewisse Stereotypen in unseren Köpfen klar präsent: die Adjektive „bayrisch“ und „korsisch“ beispielsweise rufen immer noch eine bestimmte, wenn auch nicht immer schmeichelhafte Vorstellung in unserem Geiste hervor, sei es der biertrinkende Lederhosenträger oder der bombenlegende Revoluzzer. Diese Eigenarten aber machen Europa vielfältig. Ein glattes Europa mit einem in eine europäische Form gebrachten Erscheinungsbild wäre hingegen ein Hindernis für die Entwicklung von Mobilität im Beruf und die Wertschätzung von Andersartigkeit. Gerade der Drang, Neues zu entdecken, ist ein starker Antriebsfaktor im europäischen Prozess.
Vielfältigkeit kann also eine Bereicherung, aber auch eine Quelle für Konflikte sein. Eine Annäherung der europäischen Jugend, ein besseres Verständnis des jeweils anderen, seiner Kultur, Sprache und nationalen Eigenheiten, eine Überwindung der immer noch vorherrschenden Klischees soll Ziel dieses Projekt sein. Mit Bezug auf die Fernsehsendung „Karambolage“ des deutsch-französischen Senders Arte sollen die Schüler mit Klischees konfrontiert werden, selbständig Recherchen anstellen und Dokumente für eine Ausstellung aufbereiten. Neben dem eigentlichen Projekt geht es auch darum, bei den Schülern die Motivation für das Erlernen einer Fremdsprache zu fördern und sie zu einem regen Austausch in einem zusammenwachsenden Europa anzuhalten. Dabei sollen gerade auch die Schüler erreicht werden, die – bedingt durch ihre Herkunft oder familiäre Situation – sich nicht aus eigenem Antrieb für andere Kulturen interessieren. Ein weiterer Effekt ist die Zusammenarbeit verschiedener Fachschaften wie z.B. moderne Fremdsprachen, Kunst und Informatik.
Die Eckpfeiler des Projekts bilden die Treffen in den vier Partnerländern Frankreich, Deutschland, Tschechien und Polen. Zwischen diesen Treffen wird im eigenen Land gearbeitet und mittels moderner Technik kommuniziert. Da das Projekt auch bei E-Twinning, einer Internetplattform zum Datenaustausch, registriert ist, kann ein kontinuierlicher Gedankenaustausch angestrebt werden. Die Schüler sollen zum Projektthema recherchieren, Konzepte entwickeln, Passanten befragen und präsentable Ergebnisse vorbereiten.
Die Verbreitung der Ergebnisse wird in mehreren Formen stattfinden. Neben einer Ausstellung soll es Computerpräsentationen und eine gemeinsame Internetseite mit einem viersprachigen Glossar geben. Möglicherweise kann auch eine Radiosendung für die Regionalsender erstellt werden.
Sabine Apprecht


